Die Abhängigkeit des marktüblichen Installationspreises
von der jeweiligen Marktlage
Die Mütter heranwachsender Jungen wissen ein Lied davon zu singen:
In der Wachstumsphase fressen ihnen die wilden Burschen fast die Haare
vom Kopf. Je schneller das Wachstum, desto größer sind
die Mengen, die morgens, mittags und abends verputzt werden - und
irgendwie erscheint das ja auch ganz logisch. Von Nichts kommt Nichts.
Aber dass diese Erkenntnis auch für den Photovoltaik-Markt gelten
soll, dass ein schneller wachsender Photovoltaik-Markt höhere
Einspeisevergütungen verlangt, klingt doch ein wenig simpel.
Aber schaun wir mal...
In der Solarszene gibt es dramatische Meinungsunterschiede über
die Beurteilung des Photovoltaikmarktes und über die erforderlichen
Wachstumsanreize. Während die Fachverbände und viele Solarinitiativen
stolz auf das Erreichte zurückblicken, warnt der Solarenergie-Förderverein
(SFV) mit einem Seitenblick auf die Erfolge der Windenergie vor
einem Absinken der Photovoltaik in die energiepolitische Bedeutungslosigkeit.
Solche Bewertungsunterschiede führen zwangsläufig zu
unterschiedlichen Forderungen zur Ausgestaltung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes
(EEG).
Wer mit der bisherigen Entwicklung einigermaßen zufrieden
ist, legt den Schwerpunkt seiner Forderungen auf die Absicherung
des Erreichten. Es wird ihm im wesentlichen genügen, wenn der
zukünftige Wegfall des 100.000 Dächer Solarstromprogramms
durch eine Anhebung der Einspeisevergütung auf 65 Ct/kWh ausgeglichen
wird. Die vom Solarenergie-Förderverein geforderte Anhebung
auf 80 Ct/kWh für alle PV-Anlagen hingegen empfindet er als
politisch gefährlich, weil sie den Eindruck der Unersättlichkeit
erwecken und die Akzeptanz der PV-Förderung insgesamt erschüttern
könne.
Der Solarenergie-Förderverein sieht dies anders:
Eine Grundsatzfrage
Die Grundsatzfrage, um die es geht, lautet nämlich nicht,
welche Höhe die Einspeisevergütung haben müsse, sondern
sie lautet, warum der deutsche Stromverbraucher überhaupt noch
Gelder zur Markteinführung der Photovoltaik bereitstellen soll!
Die Stromwirtschaft lässt keine Gelegenheit aus, die Notwendigkeit
einer Photovoltaik-Förderung in Frage zu stellen - übrigens
unabhängig davon, welche Vergütung gezahlt wird. Auch
als es nur 17 Pf/kWh gab, hat sie gegen die Photovoltaik polemisiert
und die Umlage der Einspeisevergütung auf den Strompreis angeprangert.
Den Angriffen der Stromwirtschaft können wir also nicht dadurch
entgehen, dass wir unsere Forderungen klein machen, sondern nur
dadurch, dass wir sie besser begründen.
Wir müssen uns mit folgender Negativ-Propaganda auseinandersetzen:
Die PV ist zwar billiger geworden, gehört aber auch nach 13
Jahren staatlicher Förderung zu den teuersten Techniken der
Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien überhaupt. Solarstrom
ist zehnmal so teuer wie Windstrom.
Die Leistung der neu installierten PV-Anlagen ist - abgesehen von
einem Einbruch im Jahr 2002 - von Jahr zu Jahr gestiegen aber die
PV deckt zur Zeit trotzdem noch nicht einmal 0,1% der deutschen
Stromversorgung.
Zwar gibt es bundesweit mehrere tausend Solarinstallationsbetriebe,
die teilweise ein gutes Auskommen haben, doch das genügt nicht
als Rechtfertigung für das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Dieses
ist ja nicht als Sozialmaßnahme zur Unterstützung der
PV-Installateure gedacht.
Wenn weiterhin in jedem Jahr so viel installiert wird, wie im letzten
Jahr, wird die PV auch in 50 Jahren nur etwa 2% der deutschen Stromversorgung
ausmachen.
Mit einer solchen Negativ-Bilanz lässt sich eine Fortsetzung
der Photovoltaik-Förderung zu Lasten der Stromkunden tatsächlich
nicht rechtfertigen. Eine weitere Förderung der Photovoltaik
über eine "Zwangsumlage" auf den Strompreis (so der
VDEW) erscheint vor diesem Hintergrund als energiepolitisch sinnlos.
Gegen diese Überlegungen stellen wir unsere Sicht der Dinge:
Der Stolz der Solarinitiativen auf das bisher Erreichte ist berechtigt.
Trotz völlig unzureichender wirtschaftlicher Voraussetzungen
und trotz erheblicher Widerstände und Schikanen der übermächtigen
Stromwirtschaft ist es einer kleinen Gruppe hochmotivierter Idealisten
gelungen, sich mit einer großen Zahl vorzeigbarer gut funktionierender
PV-Anlagen einen Platz im Bewusstsein der Bevölkerung und in
der politischen Wahrnehmung zu erkämpfen.
Der Einstieg in eine sich selbst tragende Massenproduktion ist allerdings
noch nicht gelungen; dies liegt aber nicht daran, dass er nicht
möglich wäre, sondern daran, dass die Förderpolitik
sich nicht an ihre selbst erarbeiteten Grundsätze gehalten
hat:
Im Anhang B zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) §§
4 bis 8 ist ausdrücklich die Rede von einer "marktüblichen
Verzinsung des eingesetzten Kapitals"
Bei Festlegung der PV-Vergütung hat der Gesetzgeber diesen
Grundsatz dann aber bedauerlicherweise ignoriert und damit die Mobilisierung
der großen Menge Brieftaschen-gesteuerter Normalbürger
versäumt.
Der erste und einzige Ansatz für einen Einstieg in die Massenproduktion
entstand fast zufällig im April 2000. Er wurde jedoch durch
den Bundeswirtschaftsminister rasch im Keim erstickt.
Damals wurde nach Einführung der 99 Pf/kWh-Mindestvergütung
das parallel laufende 100.000-Dächerprogramm erheblich verschlechtert
mit dem wirtschaftlich unsinnigen Argument, man müsse eine
"Überhitzung des Marktes" verhindern. Dabei stellt
der Ausdruck "Überhitzung des Marktes" nur eine übelwollende
(oder uninformierte) Bezeichnung für das dar, was wir so dringend
brauchen, nämlich einen nachhaltigen Wachstumssog, der dann
zu einem dauerhaften "Solar-Boom" führt.
Gleichgültig wie man es bezeichnet: Nur wenn die Menschen
dauerhaft mehr PV-Anlagen kaufen wollen als produziert werden, gibt
es einen dauerhaften Anreiz zur dauerhaften Ausweitung der Produktion.
Doch damals wurde der zögerlich einsetzende Solar-Boom abrupt
beendet. Seitdem dümpelt der PV-Markt auf niedrigem Niveau
dahin - begleitet zwar von den obligatorischen Erfolgsmeldungen
der Solar-Fachverbände, die jeden Wiederaufstieg aus einem
Auftragseinbruch als großen Erfolg feiern, deren verkaufspsychologisch
motivierte Begeisterung die erhoffte Kundschaft aber dennoch nicht
herbeizaubern konnte, und deren Überbewertung der bisherigen
Erfolge die sachliche Argumentation für eine Anhebung der Einspeisevergütung
erschwert.
Wir beim Solarenergie-Förderverein jedenfalls messen die
bisherige Entwicklung an dem, was möglich und notwendig wäre,
und stellen demgemäß weitreichendere Forderungen:
Die PV hat das größte Potenzial aller Techniken zur
Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien im Binnenland. In Deutschland
könnten weit über 30% der Stromproduktion aus PV-Anlagen
kommen. Die PV besitzt das größte Preissenkungspotential
aller Erneuerbaren Energien. PV-Strom wird nach einer erfolgreichen
Markteinführung billiger angeboten werden können als jeder
andere Strom aus Erneuerbaren Energien.
Voraussetzung für dieses Ergebnis ist allerdings das Erreichen
der Massenproduktion - ist der entschlossene politische Wille zum
Erfolg.
Kampfsportler imponieren ihren Zuschauern gelegentlich damit, dass
sie mit einem entschlossenen Handkantenschlag einen Ziegelstein
spalten, der auf zwei Stützen liegt. Mental bereiten sie sich
auf den zu führenden Schlag vor, indem sie sich die zukünftige
Position ihrer Hand nach Durchschlagen des Steins weit unterhalb
des Steins vorstellen. Sie haben dieses Ziel fest im Blick und erlauben
sich keinen Zweifel. Sie berichten aber auch von der Gefährlichkeit
halbherzig durchgeführter Versuche. Wer mit einem zögerlich
angesetzten Handkantenschlag versucht, den Ziegelstein zu zerbrechen,
der bricht sich eher die Handknochen.
Das Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, das eigentliche Ziel seines
Handelns im Auge zu haben. Lassen Sie uns deshalb über unser
Ziel sprechen und wie es zu erreichen ist:
Unser Ziel ist ein Anteil der PV im zukünftigen Strommarkt
von über 30%. Dazu müssen PV-Module mit einer Gesamtleistung
von etwa 300.000 MW montiert werden. Zur Zeit werden jährlich
aber unter 100 MW montiert. Wenn wir im jetzigen Tempo weitermachen,
brauchen wir noch weit über tausend Jahre.
Deshalb muss die jährliche Neuinstallation von PV-Anlagen
nachhaltig - nicht nur gelegentlich - erhöht werden. Die PV-Technik
braucht STÄNDIGES Wachstum.
Auch jetzt haben wir Wachstum, denn jedes Jahr kommen zu den bereits
bestehenden Anlagen neue Anlagen hinzu, doch das ist hier nicht
gemeint. Gemeint ist, dass in jedem folgenden Jahr mehr PV-Anlagen
installiert werden als im vergangenen.
Das im April 03 veröffentlichte Gutachten "Welt im Wandel
- Energiewende zur Nachhaltigkeit" des wissenschaftlichen Beirats
der Bundesregierung 'Globale Umweltveränderungen' fordert trotz
seiner sonst kühlen Zurückhaltung "mindestens 30%
Wachstum pro Jahr, welches in einer Dekade zu einer Verzehnfachung
führt".
Der Mobilfunkmarkt hat uns demonstriert, dass nach einer ersten
Anlaufphase bis zum Stadium der annähernden Sättigung
deutlich höhere Wachstumsraten möglich sind. Beim Mobilfunk
ging es nur um persönlichen Nutzen - bei der Photovoltaik dagegen
geht es um das Gemeinwohl. Wir halten deshalb ein ähnliches
Wachstum für gerechtfertigt und stellen uns eine jährliche
Zunahme der neu installierten PV-Leistung um 50% vor, die in 20
Jahren zum erwünschten Ziel führen würde.
Gleichgültig aber, ob 30% oder 50% Wachstum - auf jeden Fall
darf es so nicht weitergehen wie bisher.
Die Abhängigkeit des marktüblichen Installationspreises
von der jeweiligen Marktlage - und welche Höhe hat die KV?
Und wie erreichen wir das gewünschte Wachstum?
Eigentlich wird es von niemandem bestritten: Das Wachstumstempo
hängt von der Höhe der Einspeisevergütung ab. Diese
muss einen wirtschaftlichen Anreiz bieten entsprechend dem im EEG
festgeschriebenen Grundsatz einer "marktüblichen Verzinsung
des eingesetzten Kapitals". Wir sprechen von kostendeckender
Vergütung (KV).
Wichtiger Eingangswert für eine Renditeberechnung zur Ermittlung
der KV ist der marktübliche Installationspreis einer PV-Anlage.
Der marktübliche Installationspreis aber ist keine unveränderliche
Größe, sondern er hängt vom wirtschaftlichen Umfeld
ab. Dies ist nicht schwer zu verstehen. Stellen wir uns einmal ein
und denselben Installateur in drei unterschiedlichen Marktsituationen
(Auftragseinbruch, ausreichende Nachfrage, rasch expandierender
Markt) vor:
Marktsituation 1 - Auftragseinbruch
Ernste Probleme gibt es immer dann, wenn die Einnahmen eines Geschäftsbetriebes
nicht einmal mehr die Fixkosten decken, denn diese lassen sich -
wie das Wort schon andeutet - nicht oder nur wenig verringern. Das
Gehalt für die Mitarbeiter und für die eigene Tätigkeit,
Miete für das Büro, Steuern und Versicherung für
das Geschäftsfahrzeug fallen weiterhin an. Der Installateur,
der in einer schlechten Auftragslage verzweifelt nach neuen Aufträgen
sucht, verkauft im Notfall aus Liquiditätsgründen seine
PV-Anlagen sogar unter dem Einkaufspreis. Der marktübliche
Installationspreis kann somit in schlechten Zeiten zeitweilig unter
den Herstellungskosten liegen. Verständlicherweise gibt kein
Installateur zu, dass er "Selbstausbeutung" betreibt.
Sein Renommee könnte darunter leiden. So lange ihm das Wasser
nur bis zum Hals steht, zeigt jeder Geschäftsmann ein optimistisches
Gesicht.
Die Tatsache, dass seit zwei Jahren viele - auch lang erfahrene
- Solarinstallateure Insolvenz anmelden mussten, lässt uns
annehmen, dass die Installationspreise bei einigen Installateuren
nicht einmal die Kosten decken.
Marktsituation 2 - Ausreichende Nachfrage
Bei einer ausreichenden Auftragslage werden im Vergleich zu Marktsituation
1 das Personal, das Büro, das Firmenfahrzeug besser genutzt.
Die Stillstandzeiten entfallen. Der selbe Installateur erzielt eine
Gewinnspanne, die es ihm erlaubt, seine Werkstatt-Ausrüstung
auf dem neuesten Stand der Technik zu halten und die erforderlichen
Rücklagen für eventuelle Reklamationsfälle zu bilden.
Der Verkaufspreis für eine technisch gleiche PV-Anlage kann
deshalb unter Umständen sogar geringer sein als in Situation
1.
Marktsituation 3 - ständig wachsende Nachfrage
Der selbe Installateur würde bei boomender Nachfrage für
die gleiche PV-Anlage einen erheblich höheren Installationspreis
verlangen und erhalten als in Marktsituation 1 oder 2.
Mit Marktsituation 3 müssen wir uns genauer befassen, denn
genau diese wünschen wir uns - und genau zu dieser Marktsituation
gibt es Missverständnisse, die es auszuräumen gilt.
Es ist nicht unmoralisch, in einer Phase hoher Nachfrage einen
höheren Preis zu verlangen, sondern entspricht den Gesetzen
des Marktes (Angebot und Nachfrage regeln den Preis). Trotzdem bleibt
- gerade in der Solarszene, die sich weitgehend aus der idealistisch
eingestellten Umweltbewegung rekrutiert, ein übler Nachgeschmack.
Die Behauptung, es könne sich jemand eine goldene Nase verdienen
- im Kreis der Neoliberalen eher ein Kompliment - ist unter Solarfreunden
immer noch ein schlimmer Vorwurf.
Eine genauere Analyse zeigt allerdings, dass in einer Phase wirtschaftlicher
Expansion die erzielbaren höheren Preise eine wichtige Funktion
haben. Sie werden gebraucht, um eine Verbesserung und Erweiterung
der Infrastruktur in der Herstellungskette vom Sand bis zur Solaranlage
zu finanzieren. Etwas konkreter sei dies am Beispiel eines Solarinstallationsbetriebes
dargestellt:
Wenn jährlich 30%, 40% oder 50% mehr neue Solarleistung installiert
werden soll als im Vorjahr, muss (durchschnittlich gesehen) jede
Solarinstallationsfirma in jedem Jahr wieder(!) etwa um einen entsprechenden
Prozentsatz wachsen - zumindest aber ihren Output vergrößern.
Dazu muss nicht nur neues Personal eingestellt und ausgebildet werden,
was Zeit und Geld kostet. Es müssen auch die Arbeits- und Lagerräume
erweitert werden, der Fuhrpark vergrößert, die Zahl der
Montage- und Prüfwerkzeuge, der Lastenaufzüge, der Fang-
und Sicherheitseinrichtungen für Dacharbeiten, der Montagebekleidung
usw. Alle diese Vergrößerungen der Infrastruktur, sind
nicht umsonst zu haben.
Eine einmalige Firmenvergrößerung dieser Art könnte
man über einen Kredit finanzieren, doch bei dem von uns gewünschten
dauerhaften Wachstum müssen solche Firmenvergrößerungen
nicht nur einmal, sondern fast jedes Jahr erneut durchgezogen werden.
Wir brauchen STÄNDIGES Wachstum - mindestens 30 Jahre lang!
Dafür werden flüssige Mittel benötigt. Diese Mittel
sind letztlich nur durch einen Preisaufschlag beim Verkauf von PV-Anlagen
zu erlangen.
Was für den einzelnen Installateur gilt, lässt sich entsprechend
auch auf Händler und Produzenten anwenden. Jedes einzelnen
Solarmodule ist in einer Wachstumsphase teurer als in einer Flautezeit.
Und auch das wirkt sich auf den Endpreis der PV-Anlagen aus. Die
jetzigen Preise für PV-Anlagen können in einer Phase der
Expansion jedenfalls nicht gehalten werden.
Hier sei noch einmal betont, dass auf längere Sicht - wegen
der Effekte der Massenproduktion und des technischen Fortschritts
- die Preise schon sinken werden.
Zur Berechnung der KV für einen dauerhaft expandierenden Markt
muss der Marktpreis eingesetzt werden, der sich bei dem gewünschten
Expansionstempo ergeben würde. Diese KV kann dann für
PV-Anlagen, die in den folgenden Jahren ans Netz gehen, gleichmäßig
abgesenkt werden, etwa um 5%.
Wichtig ist die richtige Reihenfolge: Erst Erhöhung, dann
Absenkung (die Erhöhung muss herzhaft erfolgen, wie das Ausholen
bei einem Hammerschlag, sonst bleibt der Erfolg aus).
Am Beginn muss eine Erhöhung der Einspeisevergütung auf
kostendeckende Vergütung stehen. (Darauf wartet der Solarmarkt
immer noch.)
Eine ERHÖHUNG der Einspeisevergütung auf kostendeckende
Vergütung ist die Voraussetzung für wachsendes Interesse
an PV-Anlagen, d.h. für die Erhöhung der Nachfrage und
für den Bau von mehr PV-Anlagen.
Die Erhöhung der Nachfrage nach Solarmodulen und Wechselrichtern
ist die Voraussetzung für die Ausweitung der Solarmodul- und
Wechselrichter-Produktion zur Massenproduktion.
Die Ausweitung der Produktion zur Massenproduktion ist die Voraussetzung
für ein Sinken der Herstellungskosten.
Das Sinken der Herstellungskosten ist die Voraussetzung für
ein Sinken der PV-Preise. Aber noch sind wir nicht so weit. Erst
brauchen wir kostendeckende Vergütung:
Aus dem bisher Gesagten ist deutlich geworden: Die Installationspreise
hängen von der Auftragslage ab. Umgekehrt hängt aber auch
die Auftragslage davon ab, welche Installationspreise geboten werden.
Und dies hängt davon ab, welche Einspeisevergütung die
Betreiber erwarten dürfen.
Eine sogenannte "Überförderung" führt
also nicht, wie es die Solargegner gerne behaupten, zu "goldenen
Nasen" bei den Anlagenbetreibern oder Installateuren, sondern
führt im wesentlichen zu mehr Wachstum.
Platt ausgedrückt:
Wachstum kostet Geld,
Stabilität ist billig
und (fast) umsonst ist der Ausverkauf einer Technik.
Nach dieser ausführlichen Erläuterung wird es vielleicht
deutlicher, warum es so unterschiedliche Bewertungen im Vergleich
zwischen Solarfachverbänden und Solarenergie-Förderverein
gibt.
Für einen Fachverband, der die Interessen der Solarinstallateure
oder -Produzenten vertritt, ist ein wichtiges Ziel erreicht, wenn
seine Mitglieder von ihrem Geschäft leben können und Aussicht
auf ein bescheidenes Wachstum haben. Im Gegensatz dazu steht die
Sichtweise des Solarenergie-Fördervereins, der erst dann zufrieden
ist, wenn eine merkbare Entlastung der Umwelt in Aussicht steht.
Die Tatsache, dass PV-Installateure von ihrem Geschäft leben
können und gute Anlagen bauen, hat keinerlei Beweiswert bezüglich
der Angemessenheit der Einspeisevergütung. Auch zu den Zeiten,
in denen nur 17 Pf/kWh Einspeisevergütung gezahlt wurden, gab
es PV-Installateure, die von ihrem Geschäft gelebt haben, sogar
gut gelebt haben.
Entscheidend ist nicht, dass die PV-Installateure von ihrem Geschäft
leben können, sondern dass die Zahl und die Größe
der Installationsbetriebe, die vom PV-Geschäft leben, ständig
zunimmt. Und dafür reichte bisher die Einspeisevergütung
nicht aus.
Wir müssen uns von der Vorstellung trennen, dass man die
notwendige schnelle und nachhaltige Expansion des Solarmarktes mit
den Installationspreisen eines stagnierenden oder nur schleppend
wachsenden Marktes finanzieren kann.
Wir brauchen nicht nur eine angemessene Verzinsung des Eigenkapitals
für den Betreiber sondern auch für den Installateur und
den Hersteller. Wir brauchen gesunde Gewinnspannen in der gesamten
Produktionskette vom Sand bis zur Solaranlage.
Wir brauchen eine Kostendeckende Einspeisevergütung von 80
Ct/kWh für alle PV-Anlagen.
Weitere Solarserver-Standpunkte:
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